Der Autopilot fürs Segel ist da!

Frankreichs Serienyachtschmiede Jeanneau hat zusammen mit Harken das AST für Segler entwickelt. Damit zieht der Computer ein Stück weiter an Bord moderner Segelyachten ein. Denn AST steht für Assisted Sail Trim. Das klingt etwas nach Einparkhilfe und anderen Innovationen vom Auto: Reifen, die trotz spiegelglatter Fahrbahn bei Vollgas nicht durchdrehen und Bremsen, die Crashs verhindern, wenn der Fahrer ein Stauende übersieht.

Nun werden also auch Segel neu justiert, wenn die Crew das nicht hinbekommt und der Rudergänger nicht vernünftig Kurs hält. Zumindest verhindert der Computer dann das Segelflattern. Dazu überwacht der mit Hilfe von verschiedenen Sensoren die Bootsgeschwindigkeit, den Wind, die Krängung und andere Faktoren.

Segelt das Boot zum Beispiel in einer auffrischenden Bö, dann öffnet der Computer das Groß, um die Lage zu verringern und den Kaffee in der Tasse zu halten. Ebenso passen sich die Segel automatisch an, wenn der Kurs geändert wird.

Das System kann aber noch mehr: Während die Crew weiter am Sundowner nippt, setzt es automatisch die Segel, fährt Wenden und holt per Knopfdruck auch die Tücher wieder ein, wie Jeanneau in diesem Video zeigt. Die gelangweilten Kinder werden das Törnende kaum erwarten können, richtig großer Segelspaß sieht irgendwie anders aus …

Damit das alles funktioniert, müssen natürlich alle Winschen an Bord elektrisch ausgeführt werden. Da überrascht es nicht, wenn das System vorerst nur für die Oberligamodelle Jeanneau Sun Odyssey verfügbar sind.

Ob man es mag oder nicht: Das AST dürfte die Technisierung des Segelsports mal eben um ein halbes Lichtjahr nach vorn katapultiert haben.

Wer mehr wissen will, findet bei Jeanneau ein virtuelles Booklet dazu.

 

Coverfoto:Jeanneau/JEAN-MARIE LIOT

Von | 2015-10-07T09:30:56+00:00 1. Oktober 2015|Ausrüstung & Segelzubehör|1 Kommentar

About the Author:

Seit über zehn Jahren schreibt Hinnerk als Wassersportjournalist über Segeln, Technik und Reisen auf dem Meer. Unter anderem ist er häufig in der „segeln“ zu lesen und macht mit dem Segelradio einen eigenen Podcast. 2013 hatte er die Idee mit SegelnBlogs ein Blognetzwerk und Online-Magazin mit Schwerpunkt im Fahrtensegeln zu gründen.

Ein Kommentar

  1. David 2. Oktober 2015 um 6:58 Uhr - Antworten

    Dazu fehlt dann nur noch eine kardanisch ausbalancierte Plicht, damit die Sundowner nicht umfallen

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