Gemeinsam über den Atlantik. – Die meisten Teilnehmer der ARC habe die Hälfte der Strecke geschafft

Text und Karte: Hinnerk Weiler | Alle Fotos: James Mitchell/WCC 

Alle Jahre wieder kommen die Teilnehmer der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) in der Karibik an. Das Hauptfeld hat gut die Hälfte der Strecke geschafft und im Laufe der kommenden Woche werden die meisten der 212 Yachten aus 31 Nationen die Karibikinsel erreichen. Die ersten Plätze sind unterdessen wie gewöhnlich schon von den großen Racern belegt: Nach nur 8 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten und 15 Sekunden auf dem Atlantik erreichte die Rambler 88 bereits am Nachmittag des vergangenen Montags die Rodney Bay auf St. Lucia und verkürzte damit den bisherigen Streckenrekord aus dem vergangenen Jahr um mehr als eine Stunde.

Liegeplätze gibt es auf Las Palmas zur ARC fast nur für die Teilnehmer

Volksfeststimmung beim Start

Die ARC ist zwar als Fahrtenseglerregatta ausgeschrieben, mit Startlinie und Zieleinlauf zieht sie seit jedoch seit jeher auch sportlicher ambitionierte Teilnehmer an. Damit die nicht der eigentlichen Zielgruppe im wahrsten Wortsinn das Rennen stehlen, werden die Boote nach Größe, Typ und Ambition in unterschiedliche Gruppen eingeteilt und gewertet. Der überwiegende Teil der Yachten startet aber ohne viel Interesse an Platzierungen und sucht vor allem das gemeinschaftliche Erlebnis im Start- und Zielhafen.

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Teilnehmende Yachten an ARC und ARC+
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Nationen sind beim Rennen vertreten
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Seemeilen ungefähre Distanz der idealen Route
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Tage im Durchschnitt

Aufbruch mit Feuerwerk bei der ARC von Las Palmas de Gran Canaria

Auch die Nähe zu anderen Yachten auf der Überfahrt bietet für viele Segler ein sichereres Gefühl während der langen Atlantikpassage. Durch ein enges Netz an Sicherheitsüberprüfungen und Ausrüstungsvorgaben kam es in der Geschichte der ARC nur selten zu ernsten Zwischenfällen. Überschattet wurde diese Historie in diesem Jahr vom Untergang der Yacht NOAH. Ein ungeklärter Wassereinbruch veranlasste den Skipper nur wenige Tage nach dem Start der Regatta seine Yacht aufzugeben und „Mayday“ zu funken. Mehrere ARC Yachten nahmen sofort Kurs auf die Yacht zur Unterstützung. Letztlich übernahm das ebenfalls in der Nähe befindliche britische Forschungsschiff James Cook die erfolgreiche Rettung der Crew.

Rund 2700 Seemeilen sind ist die Route der ARC und ARC+ über den Atlantik lang

Mehr ARC:

Webseite des World Cruising Club


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Die erste ARC startete 1986 von der Kanareninsel Las Palmas aus und findet seither jedes Jahr statt. Auf Grund der großen Beliebtheit des Events ist die Teilnehmerzahl begrenzt und meist sind die Starts schon Monate im Voraus ausgebucht. Auch wurde die klassische ARC um einen weiteren Törn über den Atlantik ausgebaut: Neben der Route Las Palmas-St. Lucia führt die etwas früher startende ARC+ mit einem Abstecher über die südlich gelegenen Kap Verden in die Karibik. Auch dort haben sich Proviantierung, Landaufenthalt und Service-Leistungen für die Teilnehmer längst zu dem wirtschaftlichen Faktor entwickelt, von dem zuvor nur die Inseln St. Lucia und Las Palmas de Gran Canaria profitiert hatten.

Die ARC+ Teilnehmer sind bereits zum größten Teil angekommen, bzw. erreichen die Karibik in den kommenden Tagen.