Das Internet ist eine Spielwiese und bietet eine Menge Möglichkeiten, sich mitzuteilen und neue Medien für sich auszuprobieren. Bloggen war so Ausprobieren: Die erste Webseite hatte ich irgendwann in den 90ern zusammengebaut, das erste ernstgemeinte Blog gab es 2004: Damals berichtete ich von meiner ersten größeren (damals DER großen) Segelreise. Über einen Sommer ging es an Bord der Sumpfkuh in die Ostsee. Sechs Meter lang, genug für Schweden, Göta Kanal und viele Abenteuer. Auch die Reise selbst war ein Ausprobieren: Leben an Bord, Reisen, Schreiben, Fotografieren. – Taugt das was?

Zoom H6 Rekorder und Headsets für die professionelle Podcastproduktion

Fürs Podcasten von Unterwegs braucht man Mikrofone und Rekorder. Für den Anfang, zum Ausprobieren, reicht aber auch ein weit günstigeres Set, als das hier gezeigte. Ab 30 Euro, gibt es brauchbare Mikrofone und eine Aufnahme-App für das Smartphone ist kostenlos.

Ausprobieren hat manchmal überraschende Folgen: Ein Jahr später stand nicht mehr „Systemprogrammierer“ in meinem Arbeitsvertrag sondern „Technischer Redakteur“ und mein Schreibtisch stand nicht mehr in einem Rechenzentrum, sondern in einem Verlag. Ausprobieren lohnt sich also.

Etwas später, 2011, brachte mich wieder eine Reise dazu, etwas auszuprobieren: Die Strecke war etwas länger, gerade war ich mit Paulinchen in Kanada angekommen.

Wer redet ist nicht tot“ – Mein erster Audio-Ausflug fand in der Küche mit einem Handtuch über dem Kopf gegen das Echo von der Wand statt. Während ich in der Sendung mit Holger Klein über meine Reise sprach, brannte sich die Idee vom Reden in ein Mikrofon in meinem Kopf fest. Ich probierte also das Podcasten aus und seitdem gibt es das SegelRadio (wenn auch mit einigen elend langen Pausen).

Damals gab es zwei deutschsprachige Segel-Podcasts. Das Segelradio richtete sich klar an Fahrtensegler, und den „Segel Podcast“ der mehr Regatten und Technik im Auge hatte. Inzwischen sind es einer weniger und zwei mehr geworden. Wer richtig gerechnet hat, kommt also auf drei aktive Podcasts, die zumindest in der letzten Zeit etwas produziert haben. Immerhin, die Kurve geht also nach oben:

Segel Podcasts in Deutscher Sprache

Glüxpiraten

Glüxpiraten

Im jüngsten deutschsprachigen Podcast für Segler ist gerade erst die siebente Folgen erschienen. Babsi und Eric Merten treten zwar als gemeinsame Produzenten auf, meist spricht aber nur Eric mit wechselnden Gästen über das Segeln. Vorgestellt werden vor allem Menschen aus der Szene und die Gäste sind abwechslungsreich ausgesucht. Das verspricht Unterhaltung und jede Menge Anregungen. Der Podcast dürfte damit auch für Nichtsegler interessant sein. Die einzelnen Folgen sind mit 30-45 Minuten gute Wegbegleiter in der Bahn oder im Auto.
www.gluexpiraten.de  | direkt in iTunes anhören |

Segelpodcast (hat nichts mit dem weiter oben erwähnten, und inzwischen eingestellten, Segel Podcast zu tun)

Segelpodcast

Monika Bubel widmet sich ebenfalls einem breiten Themensprektrum und produziert ihre Folgen zum Großteil als Monologe. Mit dabei für alle, die gerade über einen Sportbootführerschein nachdenken, eine Audioversion der Fragen und Antworten zum Lernen unterwegs. In nur einem halben Jahr sind bereits über 60 Folgen entstanden. Wobei die Länge zwischen wenigen Minuten und rund einer halben Stunde variiert.
| www.segelpodcast.com | direkt in iTunes anhören |

Segelradio

Der Segelradio Podcast rund um das Leben auf dem Meer für Langfahrtsegler und Abenteurer

SegelRadio

Mit rund einer Stunde sind die meisten Folgen deutlich länger. Dabei spreche ich mit Seglern am liebsten über das Reisen und Leben an Bord. Dabei berichten die Gäste oft direkt vom Nordkap oder den Fidjis. Daneben stelle ich interessante Persönlichkeiten aus der Szene vor. Die Episoden richten sich damit vor allem an Segler, aber auch an generell Reisebegeisterte. Je nach Gesprächspartnern ist auch immer mal eine Folge auf Englisch dabei. Neu in 2017 werden auch Themenfolgen mit mehreren Gästen sein.
| www.segelradio.de | direkt in iTunes anhören |

Was ist ein Podcast?

Podcasts sind Audioaufzeichnungen, die im Internet zum Download bereitgestellt werden. Der Begriff ist ein Kofferwort und basiert auf der Verbindung von iPod (als einem von vielen möglichen Abspielgeräten) und dem englischen Begriff „Broadcast“ (Ausstrahlung). Podcasts unterscheiden sich von per Funk übertragenem Radio oder Streaming-Diensten der Radiosender vor allem dadurch, das sie kein lineares Program bieten. Der Hörer entscheidet selbst, welche Sendung er wann abspielen möchte und kann dabei aus aus einem weltumspannenden Netzwerk an Produktionen zurückgreifen. Angeboten werden Podcasts in allen denkbaren Sprachen, Genres, Ländern und Qualitätsstufen.

Wie spiele ich einen Podcast ab?

Programme zum Abspielen (Podcatcher) finden sich inzwischen im Lieferumfang der meisten Smartphones. Die meisten Podcasts bieten zudem einen Web-Player, über den Folgen direkt im Webbrowser abgespielt werden können. Das vermutlich weltweit größte Verzeichnis an Podcasts findet sich im iTunes-Store von Apple, wobei Podcasts im Gegensatz zur iTunes Musik dort grundsätzlich kostenlos sind. Daneben gibt es auch unabhängige deutsche Verzeichnisse, wie beispielsweise www.radio.de oder www.podcast.de.