Landgang oder Strandausflug - Das muss mit aufs Dingi

Landgang oder Strandausflug – Das muss mit aufs Dingi

Ob ausgedehnter Urlaub oder Weltreise, irgendwo einfach zu Ankern, macht den Lebensstil unter Segeln erst lebenswert. Am Ankerplatz lebt man in Ruhe, ist auf seinem Boot zurückgezogen und betrachtet die Welt an Land auf einmal mit einem Blick von außen. Das allein schafft selbst auf kurzen Trips oft großen Abstand zum Alltag. Ankerleben bedeutet aber auch, den Landgang per Dingi zu unternehmen.

Mit aufpumpen und losfahren ist es dabei oft nicht getan. Es gibt einiges zu beachten, denn man will nicht nur sicher ankommen, sondern im Gegensatz zum Badebootausflug führt man oft auch beachtliche Werte, wie beispielsweise ein Laptop, mit sich.

 

Trocken und sicher im Beiboot

Wird die Überfahrt rauer oder die Strecke länger, lohnt es sich über den Landgangszwirn ein leichtes Ölzeug zu ziehen. Wasserfeste Taschen für den Transport sind sowieso ein Muss: Am Besten sind einfache Packsäcke mit Rollverschluss dafür geeignet. Je nach Inhalt sollten die stets ein oder zwei Nummern größer gewählt und mit viel Luft im Inneren verschlossen werden. So bleibt das Laptop oder die Handtasche nicht nur trocken, sondern kann im schlimmsten Falle sogar schwimmen.

Egal wie voll das Beiboot ist, Rucksäcke und Taschen gehören auf den Boden in die Mitte des Beibootes. Denn wer mit einem Rucksack voller Konservendosen rücklings über Bord fällt hat kaum eine Chance, diese Tasche vor dem Ertrinken noch loszuwerden. Das man auf einem wackeligen Dingi eine Rettungsweste dabei haben sollte, erübrigt sich (und ist in vielen Ländern sogar Vorschrift).

Neun Dinge, die jeder im Dingi dabeihaben sollte

In Revieren mit starker Strömung, zum offenen Meer, darf diese Liste gern noch erweitert werden. Denn einmal fünf Meilen vor der Küste angekommen, wird es mit der Rückkehr nicht einfach. Zudem gibt es in vielen Ländern auch Bestimmungen für die Ausrüstung sehr kleiner Boote. Denn prinzipiell ist ein Schlauchboot mit Motor auch nur ein Motorboot.

Paddel gehören auf jedes Dingi

Paddel gehören auf jedes Dingi

Paddel

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Vertrauen Menschen in ihre Außenbordmotoren setzen. Wer viel in belebten Buchten ankert, sieht fast täglich jemanden über das Heck seines Beibootes gebeugt oder irgendwo zwischen Booten und Ufer zigmal vergeblich an der Kordel reißen. Paddel sind dann stets ein zuverlässiger Retter.

Ösfass

Wasser kommt schnell einmal ins Dingi. Kleine Mengen lassen sich am besten mit einem Ösfass aufnehmen. Wird es mehr, sei es durch einen heftigen Regenschauer oder eine Welle, kann auch eine manuelle Lenzpumpe sehr hilfreich sein. Denn In Fahrt lenzen die meisten Boote eigenständig, das dauert aber und bedeutet, erst einmal nach dem Einkauf mit allen Sachen ins vollgeregnete Boot steigen zu müssen und nach einem halbstündigen Gewitterschauer kann das Lenzen mit einem Ösfass eine Weile dauern.

Leine

Die Leine am Dingi sollte nicht nur ausreichen, um das Beiboot gerade eben an einen Steg zu binden. Besonders in Gegenden mit vielen Ankerliegern und kleinen Dingi-Docks, ist es üblich, mit langer Leine an Land festzumachen. Nichts ist dann nerviger, als ein Boot, dass zu Dicht am Steg festgemacht ist und den ganzen Platz für sich beansprucht. An langer Leine bleibt für jeden genug Platz, um sein Dingi an den Steg zu ziehen. Außerdem dient die Festmacherleine bei einer Panne auch als Schleppleine und die darf gerade in welligen Revieren gern sechs bis zehn Meter lang sein.

Anker mit 20m Leine

Nicht nur zum Baden in Ufernähe oder beim Tauchen vor einem Riff ist ein kleiner Anker eine große Erleichterung. In Tidenrevieren, Flussmündungen oder anderen strömenden Gewässern kann ein Anker Lebensrettend sein und das Boot stoppen – oder zumindest erheblich bremsen, wenn einmal der Motor ausfällt und das Paddeln gegen den Strom nicht mehr gelingt. Ein kurzer Kettenvorlauf ist natürlich immer von Vorteil, macht das Ankergeschirr aber auch deutlich schwerer. SegelnBlogs-Tipp: Ein Pilzanker mit 20 Meter Leine und 2 Meter Kette.

Festmachen am Steg. Wenn es eng wird, helfen lange Leinen, damit jeder an den Steg kommt, ohne über andere Beiboote klettern zu müssen

Festmachen am Steg. Wenn es eng wird, helfen lange Leinen, damit jeder an den Steg kommt, ohne über andere Beiboote klettern zu müssen

Handfunkgerät

Wer mit Crew segelt, investiert häufig eh in ein Handfunkgerät, um mit den an Bord gebliebenen in Kontakt zu bleiben. (Daran denken, die Sendeleistung des Funkgerätes an Bord vorher auf geringe Leistung zu stellen.) Ein Handfunkgerät im Dingi ist aber auch eine großartige Hilfe, wenn mal etwas schiefgeht: Per UKW-Funk kann man, anders als per Whatsapp, den Kapitän einer Fähre erreichen, die geradewegs auf einen zufährt oder effektiv um Hilfe rufen. Das gilt besonders, wenn man eher abgelegen ankert und weite Strecken zum nächsten Ort per Dingi zurücklegen muss. Aber auch in belebten Buchten ist man für die Nachbarn erreichbar, wenn der Anker am eigenen Schiff plötzlich den Halt verliert.

Strickleiter

In Badehosen kommt wohl jeder ohne Probleme ins Dingi. Anders sieht es aus, wenn man versehentlich mit Ölzeugjacke und Rucksack über Bord geht. Sich mit tropfnasser Kleidung zurück an Bord zu hieven, ist fast unmöglich. Eine fest am Boot montierte Strickleiter mit zwei oder drei Stufen löst dieses Problem. Unser Tipp: In einen dicken Tampen entsprechenden große Schlaufen knoten und fest am Dingi montieren. Meist passt der Tampen problemlos mit in die Tasche, wenn das Dingi verstaut wird.

Lange Leinen sind auch in Revieren mit viel Tidenhub wichtig. Sonst muss man das Boot entweder erst einmal ein ganzes Stück tragen oder gar zum Boot schwimmen.

Lange Leinen sind auch in Revieren mit viel Tidenhub wichtig. Sonst muss man das Boot entweder erst einmal ein ganzes Stück tragen oder gar zum Boot schwimmen.

Panzertape

Kleine Missgeschicke passieren schnell. Genauso schnell muss man sie unterwegs provisorisch flicken. Eine Rolle Klebeband ist das häufig schon ausreichend, um einen Luftaustritt – oder Wassereintritt – zumindest für eine Weile deutlich zu bremsen.

Luftpumpe

Ob Unachtsamkeit am Steg, ein Stein am Strand oder die Spitzen einer frisch gefangenen Languste. Winzige Löcher können reichen, um unbemerkt über den Tag ein Dingi unbrauchbar zu machen. Doof, wenn man das erst bemerkt, nachdem man mit seinem Einkauf einige Stunden später am Strand steht. Eine kleine Fußpumpe reicht dann aber schon aus, um zumindest für den Rückweg wieder genug Luft ins Boot zu pumpen.

Taschenlampe

Zumindest eine kräftige Taschenlampe sollte immer mit dabei sein. Zu schnell passiert es, dass ein kurzer Ausflug am Nachmittag doch bis in die Abendstunden dauert. Dann unsichtbar für andere den Rückweg anzutreten ist nicht nur fast überall auf der Welt verboten, sondern gerade in Gegenden mit viel Verkehr höchst riskant. Dabei sind starke Lampen heute dank LED Technik längst nicht mehr schwere und große Prügel. Im Gegenteil, sie passen locker in die Jackentasche.