Wasserstart. – Auch, wer nur Fotos von seinem Schiff auf See machen möchte, sollte die Neuregelungen für den Drohneneinsatz kennen. (Foto: SwellPro)

Wasserstart. – Auch, wer nur Videos oder Fotos von seinem Schiff auf See machen möchte, sollte die Neuregelungen für den Drohneneinsatz kennen. (Foto: SwellPro)

Luftaufnahmen vom eigenen Boot waren lange Zeit der Traum vieler Skipper. Inzwischen ist er dank fliegender Drohnen erfüllbar geworden.

Dabei flogen die Bildermacher bisher meist durch eine rechtliche Grauzone. – Nicht Vogel, nicht Flugzeug. – Damit ist jetzt Schluss. Die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt initiierte Neuregelung für Drohnenflüge ist seit heute in Kraft. Die wichtigsten Änderungen für fliegende Segler:

Drohnen Beschränkungen werden erst gelockert, dann verschärft

Luftbilder vom Hafen sind zwar Rechlich auch weiterhin möglich. jedoch nicht aus Höhen über 100 Meter. (Foto: Hinnerk Weiler)

Luftbilder vom Hafen sind zwar Rechlich auch weiterhin möglich. jedoch nicht aus Höhen über 100 Meter. (Foto: Hinnerk Weiler)

Auch künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen, also neben Drohnen auch ferngesteuerten Flugzeugen oder Hubschraubern, unterhalb von fünf Kilogramm Gewicht grundsätzlich keine Erlaubnis erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite des Piloten aufgehoben. Für leichtere Drohnen unter zwei Kilogramm bleibt es jedoch bestehen.

Damit öffnet Dobrindts Ministerium die Tür für drohnenbasierte Lieferungen und andere Dienstleistungen aus der Luft. Also nicht überrascht sein, wenn demnächst der Postbote statt einen Zettel im Briefkasten, eine E-Mail hinterlässt, dass ein Paket auf dem Nachbarbalkon abgestellt wurde…

Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre. (Bundesverkehrsminister Dobrindt zur Neuregelung)

Keineswegs sind diese Änderungen jedoch als Freiflugschein zu verstehen, denn mit den Lockerungen kommen auch einige Einschränkungen.

Nachvollziehbar und zu erwarten war ein generelles Flugverbot über Wohngrundstücken für Drohnen mit mehr als 0,25 kg Eigengewicht. Doch auch darunter gilt das Verbot für Fluggeräte, die optische, akustische oder Funksignale übertragen, bzw. aufzeichnen können. Im eigenen Garten erlaubt bleibt damit nur noch reines Spielzeug.

Grundsätzlich gesperrt ist der Luftraum ab einer Flughöhe von 100 Metern Höhe und das fliegen bei Nacht

Bereits jetzt selbstverständlich sollte sein, dass das Fliegen über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften oder in der Nähe von Flughäfen und Militäranlagen nicht erlaubt ist. Die Neuregelung gießt das in ein klares Verbot, ebenso wie das fliegen bei Nacht und in mehr als hundert Metern Höhe. Generell sind Drohnen immer anderen bemannten Luftfahrzeugen und auch Ballonen gegenüber ausweichpflichtig.

Flugverbote über Naturschutzgebieten und Menschenansamlungen

Das gleiche gilt auch für Menschenansammlungen. Wer also ein Hafenfest aus der Luft filmen möchte, rüstet seine Drohne lieber mit einem guten Teleobjektiv aus und bleibt über dem Wasser. Auch ein visueller Ausflug über geschützte Küstenstreifen wird jetzt endgültig verboten. Über ausgewiesenen Naturschutzgebieten dürfen Drohnen nicht mehr aufsteigen.

Luftaufnahmen auf See sind mit der Neuregelung weiterhin kein Problem

Wasserdicht, schwimmfähig und bald Lizenzpflichtig. Die Splash Drone von SwellPro wiegt startbereit 2300 Gramm. ab Oktober benötigen Piloten dafür einen Kenntnisnachweis (Foto: SwellPro)

Wasserdicht, schwimmfähig und bald Lizenzpflichtig. Die Splash Drone von SwellPro wiegt startbereit 2300 Gramm. Ab Oktober benötigen Piloten dafür einen Kenntnisnachweis (Foto: SwellPro)

Wer also abseits von Land eine Drone um sein Boot kreisen lässt, wird in diesem Sommer keine Probleme bekommen.

Eine deutliche Verschärfung dieser Regelungen wird aber am 1. Oktober 2017 in Kraft treten. Ab dann besteht eine Kennzeichnungspflicht für Fluggeräte ab 0,25 kg. Eine Registrierung ist dafür allerdings weiterhin nicht nötig. Lediglich eine Plakette, beispielsweise ein Aluminiumaufkleber mit Name und Anschrift des Eigentümers, ist vorgeschrieben. Diese muss dauerhaft, feuerfest und fest mit dem Gerät verbunden sein. Ein einfacher Papieraufkleber reicht dann also nicht mehr aus.

Kenntnisnachweis ab zwei Kilogramm

Wiegt die Drohne jedoch mehr als zwei Kilogramm, benötigt ihr Pilot ab dem 1. Oktober 2017 auch einen Kenntnisnachweis.

Dieser Nachweis kann eine gültige Pilotenlizenz sein oder aber in Form einer Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle erworben werden. Die Hemmschwelle für diesen Nachweis wird allerdings nicht zu hoch gesetzt, die Prüfung kann bequem von zuhause in einem Online Test abgelegt werden. Drohnenpiloten müssen diesen Test allerdings alle fünf Jahre wiederholen. Das Mindestalter für den Flug schwerer Drohnen beträgt schon jetzt 16 Jahre.

Die komplette Neufassung der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ gibt es beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur