Beinahe vollständig verstopfter Dieselfilter
(Alle Fotos: HinnerkWeiler)

Die ersten Meilen unter Segeln sind für die Meisten geschafft. Herzlichen Glückwunsch, die Saison hat begonnen! – Ärgerlich nur, wenn gerade jetzt auf dem Rückweg in den Hafen der Motor mitten in der Hafeneinfahrt streikt.

Nach einigen Monaten im Winterlager haben sich in nahezu allen Dieseltanks Ablagerungen und Mikroorganismen gebildet. Selbst winterliche Temperaturen bis -20 Grad Celsius können diese „Dieselpest“ nicht am Entstehen hindern. Gerade zu Saisonbeginn ist daher die Gefahr für einen Motorausfall besonders groß. Denn durch Krängung und Seegang wirbelt der Dreck im Tank umher und verstopft anschließend als klebrige Masse die Kraftstofffilter und Leitungen.

Dieselpest im Tank und Tankreinigung zum Saisonbegin (Foto: Hinnerk Weiler)

Dieselpest im Tank zum Saisonbeginn (Foto: Hinnerk Weiler)

Daher lohnt sich, ein Blick in den Tank nach der Winterpause. Fehlen dafür Inspektionsluken, hilft bei hellen Kunststofftanks oft schon das Licht eines Baustrahlers direkt hinter dem Tank. Ist darin der Füllstand zu erkennen und wabert über dem Boden eine zweite Trennschicht, muss der Tank gereinigt werden. Auch ein einfacher Stock kann Auskunft geben: Durch den Tankstutzen wird der bis auf den Boden eingeführt.Trifft er nicht auf hartes Plastik oder Edelstahl, sondern auf eine weiche Masse, lagert hier eine Schicht Dreck.

Auch eine Probe aus der Spritleitung hilft verrät nach einem Trn, ob Dreck im Tank ist. Ist sie sehr dunkel oder sogar schwarz, haben sich im Tank starke Ablagerungen gebildet. Dann sind Fachfirmen für professionelle Tankreinigung gefragt.

Im Laufe der Saison verrät auch der Kraftstofffilter, wie es im Tank aussieht. Hier schlägt sich die Verfärbung vor allem nach Motorfahrten in bewegter See nieder. Ist der Tank zudem von Mikroorganismen befallen, findet sich im oberen Teil Filters ein schleimiger Belag. Durch den verminderten Durchfluss kommt der Motor dann eventuell bereits nicht mehr auf seine volle Leistung.

Verdreckter Dieselfilter

Verdreckter Dieselfilter

In beiden Fällen gilt: Der Wechsel des Filters ist nur eine Symptombeseitigung. Das Problem im Tank muss dort entfernt werden. Die Dreckklumpen können die Leitung vor dem Filter von einer Sekunde zur nächsten vollständig verstopfen. Auf dem Hudson River passierte mir genau das in den USA: Mitten auf dem Fluss ging auf einmal die Drehzahl herunter, und der Motoralarm ertönte. Ich habe zum schnellen entlüften nach einem Filterwechsel in der Spritleitung eine kleine Handpumpe, wie bei Außenbordmotoren üblich eingebaut. Damit konnte ich zum Glück genügend Druck erzeugen, um den Propfen durch die Leitung bis in den Dieselfilter zu drücken. Nach einigen Minuten führerlosen Treibens startete der Motor dann sofort wieder. – Ein Lehrstück: Etwas mehr Dreck und der Filter wäre komplett verstopft gewesen.

Auf Langfahrt verbraucht man deutlich mehr Sprit, als auf einem Segelboot, dass die meiste Zeit der Saison ungenutzt im Hafen liegt und mit einer einzigen Tankfüllung die ganze Saison auskommt. Dann lohnt es sich, Dieselpest und chemische Alterungsprozesse des Kraftstoffs durch Additive wie Grotamar 82 zu verzögern.

Zum Ende der Saison sollte der Dieseltank außerdem einmal möglichst leergefahren und mit frischem Kraftstoff gefüllt werden. In einem vollen Tank kann sich an den Wänden weniger Kondenswasser als Lebensraum für den Bioschlamm bilden und schon damit wird das Wachstum von Mikroorganismen in den kommenden Monaten gehemmt. Auch hier helfen Additive, die Entstehung von Verunreinigungen zusätzlich zu verlangsamen.