Wie verbringen die die Zeit zwischen den Round Robins? Gibt es Partys mit rotverbrannten Briten und Cocktailschirmchen im Getränk? Susanne will den Blick nur auf Kats und Regatta richten. Foto: ACEA/Austin Wong

Wie verbringen die Teilnehmer und Zuschauer die Zeit zwischen den Round Robins? Gibt es Partys mit rotverbrannten Briten und Cocktailschirmchen im Getränk? Susanne will den Blick nich nur auf Kats und Regatta richten. Foto: ACEA/Austin Wong

America's Cup Kuriosum: Bermuda liegt mitten im Atlantik. Wer hier per Boot hin möchte, muss 1000 Seemeilen Offenes Wasser überqueren. Wenn hier der America's Cup in einer Woche startet, hat keiner der Teilnehmer diese Strecke auf eigenem Kiel hinter sich gebracht. Foto: PicturesqueBermuda.bm

America’s Cup Kuriosum: Bermuda liegt mitten im Atlantik. Wer hier per Boot hin möchte, muss 1000 Seemeilen Offenes Wasser überqueren. Wenn hier der America’s Cup in einer Woche startet, hat keiner der Teilnehmer diese Strecke auf eigenem Kiel hinter sich gebracht. Foto: AC35/PicturesqueBermuda.bm

Wenn wir über Regatta berichten, dann sind die Ranglisten eher Beiwerk. Uns interessieren die Geschichten hinter den Events. Susanne Weidemann, die für uns vom America’s Cup aus Bermuda berichten soll, verrät, was sie dort zu sehen hofft:

„Regattasegeln verdirbt den Charakter!“, sagte mein Segellehrer immer. Demnach müssten auf den Bermudas aktuell ganz miese Typen herum laufen.

Die will ich alle kennen lernen! Ich mag fiese Typen! Ich will sehen, wie sie ihre fliegenden Boote durch die Bucht jagen, an der Startlinie taktieren, sich abdrängen und um die Wendetonne boxen. Ich will die Gorillas an den Grindern sehen (und ohne T-Shirt am Strand). Ich will Wenden mit fast 40 Knoten Speed sehen. Ich will Manöver bewundern, bei denen nicht nur sprichwörtlich sondern tatsächlich jeder Handgriff sitzen muss. Könnte ich so ein Boot auch segeln? Ich meine theoretisch? Denn praktisch würde ich vor lauter Aufregung in die Bermudashorts einnässen, wenn ich das Boot steuern müsste.

Ich will die Boote am Steg liegen sehen. Haben die Fender so wie mein Boot? Gibt es irgendetwas an diesen millionenschweren Hightech Boliden was sich mit meinem Boot vergleichen lässt? Kann man sich die Katamarane einfach so angucken? Ich stelle mir vor, wie ich an Team Oracle vorbei schlendere, lässig grüßen „Hey guys! Good job today!“, cool wirken, nichts anmerken lassen. Wenn die alle ihre Medaillen und Pokale, die sie bisher gewonnen haben mit aufs Boot nähmen, ginge das vermutlich unter dem Gewicht unter. Ein Selfie mit dem Kat von Team LandRover BAR im Hintergrund zum angeben für zu Hause im Club! Ich würde so lange um die Boote schleichen bis die Security mich aufgreift und vom Steg jagt. Ich saß noch nie im Knast – ich bin Beamtin! Dafür würde ich es riskieren!

Wenn sie nicht für SegelnBlogs über harte Kerle im Regattazirkus schreibt, ist Susanne Weidemann Lehrerin an einer Gesamtschule und segelt mit ihrem Boot auf der Nordsee

Wenn sie nicht für SegelnBlogs über harte Kerle im Regattazirkus schreibt, ist Susanne Weidemann Lehrerin an einer Gesamtschule und segelt mit ihrem Boot auf der Nordsee

Allerdings nur, wenn man von dort auch die Regatta sehen kann. Oder etwas von dem Spektakel drum herum mitbekommt. Auf der Insel muss es nur so wimmeln von Zuschauer und Segelbegeisterten. Wie verbringen die die Zeit zwischen den Round Robins? Gibt es Partys mit rotverbrannten Briten und Cocktailschirmchen im Getränk? Oder stöckeln Scharen von Gucci-beschuhten It-Girls mit Luis Vuitton Täschchen durch die karibische Kulisse? Vielleicht gibt es alles gleichzeitig? Und man kann beim Rudel gucken vor Großbildleinwand sein Bierchen trinken oder wahlweise auf dem Spectators Boat am Champagnerglas nippen. Ich will es sehen. Ich will den ganzen Tag im Cup Village herumlaufen, America‘s Cup Atmosphäre einsaugen und davon auf SegelnBlogs berichten.