Regatten behandeln wir auf SegelnBlogs eher selten und wenn, dann immer mit Blick auf eine ganz persönliche Geschichte. Letzteres soll bleiben, Ersteres soll häufiger werden! Und was liegt da näher, als mit einer der ganz großen internationalen Regatten anzufangen. Mit einem

35 America’s Cup 2017 Special

Foto: HARRY KH/LAND ROVER BAR

Ende des Monats startet auf Bermuda der 35 America’s Cup, auch bekannt als das Rennen um die Kanne ohne Boden, bei dem seit 1851 exzentrische Milliardäre exzentrische Segelboot von exzentrischen Seeleuten gegeneinander antreten lassen. Das klingt nach Stoff für Kurioses, vielleicht auch nach einem Gossip versprechenden Event für die Reichen und Schönen und vor allem nach hochkarätigem Segelsport.

Titelverteidiger Oracle muss sich gegen fünf Herausforderer behaupten. Foto: Sam Greenfield

Titelverteidiger Oracle muss sich gegen fünf Herausforderer behaupten. Foto: Sam Greenfield

Fangen wir mit dem Kuriosen an: Der Preis, eben die „Kanne“, wurde erst auf Umwegen zum America´s Cup. Denn eigentlich war er als Pokal für ein, mit lausigen 100 englischen Pfund dotiertes, Rennen um die englische Isle of Wright gedacht.

Sehr zum Entsetzen der Briten gewannen ausgerechnet eine Handvoll amerikanischer Geschäftsleute aus New York, die dafür eigens über den Atlantik segelten, das Rennen. Deren Boot trug den Namen „America“.

Doch statt die 100 Pfund einzustecken und die Kanne in einer Vitrine zu den anderen zu stellen, stifteten die Amerikaner den Preis einer neuen Regatta: Dem America’s Cup. Ihre simple Botschaft: „Fordert uns heraus, wenn ihr Eure Kanne wiederhaben wollt.“ – Das dauerte 132 Jahre und brauchte 24 Herausforderer. Aber die Kanne ging nicht nach Großbritannien, sondern wanderte 1983 nach dem sieg der Australia II zumindest zurück ins Commonwealth. Eine bis dahin einmalige Siegesserie in der Segelszene war aber gebrochen.

Die "Kanne" Foto: Chris Burville

Die „Kanne“
Foto: Chris Burville

Die Begeisterung der Australier für „ihren“ Sieg sorgte dafür, dass der America’s Cup auch in vielen anderen Nationen in der Öffentlichkeit angekommen ist und seinen festen Platz in der Berichterstattung (behalten) hat.

Nach wie vor ist das Event eine Spitzenveranstaltung im Segelsport, auch wenn die Regeln und Rennen sich seit der Zeit der J-Class Yachten erheblich gewandelt haben. Allem voran: Gesegelt wird heute auf Katamaranen statt auf Einrümpfern.

Doch noch immer treten Herausforderer gegen Titelverteidiger in Match-Races auf überschaubar langen Strecken mit vielen Wenden an: Und inzwischen ist die Kanne auch wieder in den USA.

Im 35 America’s Cup 2017 verteidigt das amerikanische Team Oracle den Titel, nachdem die Mannschaft die beiden letzten America’s Cups für sich entscheiden konnte. Die Herausforderer stammen aus Schweden, Neuseeland, England, Frankreich und auch Japan ist mit dabei.

Bleibt noch das Thema Gossip um die Reichen und Schönen und das Leben beim Regattazirkus im Race Village. Darüber werden wir auch während des Events berichten und wir hoffen, dass wir das mit Hilfe von Landrover sogar direkt vor Ort machen können.

Denn wir möchten Susanne Weidemann für uns nach Bermuda schicken: Was sie dort sehen und berichten möchte, erklärt sie hier:

Regatta, Gossip und ein Bierchen