Die weltweite Verschleppung invasiver Tier- und Pflanzenarten durch Frachtschiffe ist zu einem großen Problem geworden. Mit einem internationalen Abkommen soll dem Problem nun begegnet werden. Seit Anfang September sind Frachtschiffe international verpflichtet, Anlagen zur Behandlung von Ballastwasser an Bord zu installieren.

Zunehmender Wahrenverkehr ist die Hauptursache für die Verbreitung invasiver Arten. Ballastwasser gleicht ungleiche Ladungsverteilung oder zu geringes Gewicht der Ladung aus. Beim Stauen neuer Ladung wird das Wasser aus vorherigen Häfen dann abgepumpt. (Foto: H.Weiler)

Zunehmender Wahrenverkehr ist die Hauptursache für die Verbreitung invasiver Arten. Ballastwasser gleicht ungleiche Ladungsverteilung oder zu geringes Gewicht der Ladung aus. Beim Stauen neuer Ladung wird das Wasser aus vorherigen Häfen dann abgepumpt. (Foto: H.Weiler)

Container aus China, Bananen aus Mittelamerika, Autos aus den USA… die Liste der Wahren, die heute kreuz und quer über die Ozeane reisen lässt sich beliebig lang schreiben. Als Trittbrettfahrer der Globalisierung reist dabei auf den Frachtschiffen oft auch Ballastwasser von einem Hafen zum Nächsten, um ihnen die notwendige Stabilität zu verleihen. Bei der Aufnahme von Ballastwasser kommen regelmäßig Organismen, zum Beispiel kleine Fische, Algen, Keime oder auch Pflanzensamen mit an Bord. Diese werden wieder freigesetzt, wenn das Ballastwasser an anderer Stelle abgelassen wird. Durch den zunehmenden und vor allem auch immer schneller werdenden Schiffsverkehr wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Organismen diese Passage im Ballasttank unbeschadet überleben und als invasive Arten die Ökosysteme in ihrer neuen Umgebung empfindlich stören.

„Das Ballastwasser-Übereinkommen ist ein Meilenstein für den marinen Umweltschutz“, BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz (Foto: BSH)

„Meilenstein für den marinen Umweltschutz“, BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz (Foto: BSH)

„Das Ballastwasser-Übereinkommen regelt nun die Kontrolle und Behandlung von Ballastwasser an Bord, um die Einschleppung von schädlichen Wasserorganismen und Krankheitserregern zu vermeiden. „Ein Meilenstein für den marinen Umweltschutz“, über den sich die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Monika Breuch-Moritz besonders freut. Auch, wenn das Übereinkommen nicht sofort greift: Eine Nachrüstung mit entsprechenden Anlagen ist zwar ab jetzt international vorgeschrieben, jedoch dürfen die Schiffe für eine Übergangszeit noch Ballastwasser nach altem Standard (der sogenannten Norm D-1) austauschen. Langfristig müssen die Reeder aber aufrüsten und es wird der strengere D-2-Standard gelten. Neubauten müssen die strengeren Auflagen sofort erfüllen.

In Deutschland ist das Ballastwasser-Übereinkommen mit dem Ballastwasser-Gesetz und der See-Umweltverhaltensverordnung bereits verpflichtend.