Vielleicht das abgelegenste
Clubhaus der Welt. (Foto:
Lake Eyre Yacht Club/Bob Backway)

Wahrscheinlich haben bisher nur die Wenigsten etwas vom Lake Eyre Yacht Club gehört. Irgendwo im Süden Australiens ist der zuhause, irgendwo in der Wüste, 700km nördlich von Adelaide.

Clubhaus des Lake Eyre Yacht Clubs in Australien (Foto: Lake Eyre Yacht Club)

Clubhaus des Lake Eyre Yacht Clubs in Australien (Foto: Lake Eyre Yacht Club)

Dabei liegt der Segelverein am Ufer des größten Binnengewässers im Kontinent, dessen Seen und Flüsse schaffen es immerhin auf Platz 13 der weltgrößten Inlandsgewässer, eine Fläche, etwa so groß wie Spanien.

Das klingt nach einem traumhaften Segelrevier, würden der Lake Eyre und sein Yachtclub nicht in einer der am dünnsten besiedelten Regionen der Welt liegen: Die nächste Siedlung vom Club ist William Creek, liegt rund 60 Kilometer entfernt und zählt Stolze sechs Einwohner.

Im Sommer herrschen an den Ufern Tagestemperaturen von weit über 40 Grad Celsius.Das bringt das zweite Problem des Clubs mit sich: Die meiste Zeit des Jahres ist der Lake Eyre ein vollständig ausgetrockneter Salzsee und seine Nebenflüsse und -Seen sind kaum mehr als sandige Mulden und Rinnsale in der Wüste. Sie zu füllen braucht Regen und der fällt im Bundesstaat South Australia sogut wie nie. Nur etwa viermal pro Jahrhundert füllt sich der Hauptsee vollständig. – Zuletzt passierte das 1974.

Lake Eyre Yacht Club Members are gearing up for their first year on the lake since 2011.

Zum ersten Mal seit 2011 machen sich die Clubmitglieder des Lake Eyre Yacht Clubs zum segeln auf ihrem See auf. (Foto: theleadsouthaustralia.com.au/Lake Eyre Yacht Club)

Aber im Moment sieht es vielversprechend aus. El Nino, der überall rund um den Pazifik für schlechte Wetterprognosen sorgt, belebt die Geister des entlegenen Clubs. Es gibt kräftigen saisonalen Regen im nordöstlich gelegenen Queensland. Der hat die Bäche und Flüsse gefüllt, die das gigantische Bassin speisen.

„Der Regen hat alle wichtigen Flüsse anschwellen lassen. Das ist großartig und wir hoffen auf noch mehr Regen im Februar“, freut sich der Vorsitzende des Lake Eyre Yacht Club, Commodore Bob Backway im Gespräch mit „The Lead South Australia„. Er und seine Clubkameraden sind überzeugt, dass es dieses Jahr im März mit dem Segeln auf dem Hauptsee klappen wird. Das wäre das erste Mal seit 2011. Im Club herrscht seit dem Hochstimmung mit einem Hauch Bedauern, denn steigende Wasserstände über dem Salzsee gehen meist einher mit Überschwemmungen in Queensland.

Der Warburton River bringt nur nach starken Regenfällen im Nordosten des Landes genügend Wasser bis weit in die Wüste hinen. (Foto:Haydyn Bromley/flickr)

Der Warburton River bringt nur nach starken Regenfällen im Nordosten des Landes genügend Wasser bis weit in die Wüste hinein. Foto:Haydyn Bromley/flickr (cc-by)

Aktuell lädt der Verein seine Mitglieder zu einer Regatta im April ein. Die allerdings werde auf einem der kleineren Seen am Rande stattfinden, denn dort sei die Chance auf ausreichend Wasser sicherer und es gibt auch genügend Campingmöglichkeiten für die Crews.

Die kommen nicht nur aus allen Landesteilen Australiens, sondern auch aus den USA, England und sogar Deutsche gehören dazu.

Zehn Boote hält der Verein für sie in Schuppen bereit, aber die meisten Australier bringen wohl ihre eigenen Trailerboote mit. So zumindest war es 2012, als der Verein zum letzten Mal eine Regatta in der Wüste ausrichten konnte. 42 Boote gingen damals an den Start und traten an sechs Tagen gegeneinander an.

Der Lake Eyre Salzsee liegt mitten in der Wüste. Foto: Geoffrey Rhodes

Nicht unbedingt einladend, der Salzsee liegt mitten in der Wüste. Foto: Geoffrey Rhodes/flickr (cc-by)

Dem Commodore aus dem Outback ist das schon etwas zu viel: “Normalerweise haben wir um die 35 Yachten und bringen 120 Leute zusammen. Wir möchten auch gar nicht größer werden, denn dann wird ein Event in so einer entlegenen Region kaum noch durchführbar.“

Wer nicht mit dem Trailerboot kommt, kommt klassisch auf eigenem Kiel. Backway erinnert sich an mehrere Mitglieder, die zum vergangenen Event per Boot durch die Simpson Wüste über deren Flüsse kamen. Aber das ginge nur, wenn es sehr viel Wasser gibt, meint er und hofft auf eine Chance für mehr als nur Regattasegeln:

Sein Traum wäre, “zumindest ein Flussabenteuer in diesem Jahr zu schaffen. Das Beste, das wir je hatten, war 750km lang und dauerte 23 Tage. Dann fährt man über die Flüsse durch eine täglich wechselnde Wüstenlandschaft. Du reist wirklich mitten durch die Wüste und es gibt alle möglichen Arten von Wüstenvegetation. Mit jeder Meile Richtung Hauptsee wird es immer salziger.”